Sebastian Kneipp (1821 - 1897), ist bis zu seinem 21. Lebensjahr Weber, dann wird er Geistlicher. Durch konsequente Abhärtung mit Wasser kuriert Kneipp sich selbst von der Schwindsucht. Aus diesem Erlebnis entwickelt er dann die Wasserkur, die er zu einem System ausbaut und auch an anderen Menschen anwendet.

Erheblichen Widerstand leistet die etablierte Ärzteschaft, auch die Geistlichkeit stellt sich gegen Kneipp`s Ideen. Das ändert sich jedoch, als Papst Leo XIII. Sebastian Kneipp empfängt und sich von der Wirksamkeit der Kneipp`schen Therapieweise überzeugen lässt. Er ernennt Kneipp zum Päpstlichen Geheimkämmerer. Kneipp selbst achtet immer sorgsam darauf, dass seine therapeutische Arbeit in enger Zusammenabeit mit                                                                                               Ärzten erfolgt. 

Von nun an verbreitet sich die Lehre von der Kneipp-Therapie und -Lebensweise in ganz Deutschland. Kneipp reist häufig herum und hält Vorträge über die richtige Lebensweise, so z.B. 1896 in Speyer. Hier wird kurz darauf der noch heute bestehende Kneipp-Verein gegründet. 

Die Sebastian-Kneipp-Akademie, Bad Wörishofen, hat die Aufgabe, Fachkräfte heranzubilden, die die Vereinsarbeit aktiv mit gestalten. Sie vermitteln auch gesundheitspädagogisch tätigen Personen praxisorientierte und vertiefte Kenntnisse im humanbiologischen, physiologischen und pädagogischen Bereich.

Die Sebastian-Kneipp-Schule, Bad Wörishofen, ist eine Fachschule für Physiotherapie. Ihr angeschlossen ist eine Berufsfachschule für Krankengymnastik und Massage.

Das Kneipp-Kurhaus Heikenberg und die Norddeutsche Gesundheitsschule bieten ein umfassendes Programm für Jedermann auf dem Gebiet der Gesundheitserziehung.

Die KNEIPP-Kur
ist ein Naturheilverfahren, das den Menschen in seiner leiblich-seelischen Ganzheit erfasst. Seit 100 Jahren bewährt, ist sie heute ein auch wirtschaftlich begleiteter und gesicherter Bestandteil der Medizin. Sie kann nur in dafür eingerichteten und zertifizierten Kurbetrieben durchgeführt werden.

Die KNEIPP-Kur dient der Vorbeugung (Prävention), der Behandlung von Krankheiten (Therapie) und der Wiedereingliederung (Rehabilitation). Über 2 Millionen Bürger erfahren jährlich die Vorteile einer Kneipp-Kur, sie

  • stabilisieren damit ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit,
  • verhüten Krankheiten und Leiden,
  • tragen zur Verringerung der Arzneimittel- und Krankenhauskosten bei,
  • beugen einer frühen Arbeitsunfähigkeit vor und entlasten so die Solidargemeinschaft.


Vorbeugen ist besser als heilen


Die Kneipp`sche Therapie

Kneipp gründet sein System zur Gesunderhaltung und Therapie auf die fünSäulen der Gesundheit:

  • Wasser als Vermittler natürlicher Lebensreize steigert die Leistungsfähigkeit, stärkt die Selbstheilungskräfte und verbessert das Körperbewusstsein.
    Kalte Waschungen und Güsse, Wassertreten, Wechselfuß- und Armbäder, Wechselduschen, Sauna.
  • Bewegung, sinnvoll und dosiert angewendet, verbessert Kraft, Ausdauer und Koordination. Sie weckt Freude, stärkt das Selbstwertgefühl und verhindert Stressbelastungen.
    Regelmäßige und moderate Bewegung im Freien, Barfuß gehen, Taulaufen, Schneegehen, Trockenbürsten.
  • Ernährung nach Kneipp ist vielseitig, schmackhaft und vollwertig. Frisch und naturbelassen bildet sie die Grundlage für Wohlbefinden und Vitalität.
    Vitaminreiche, naturbelassene und vollwertige Kost mit viel Obst und Gemüse, ausreichend trinken (30 ml/kg), Kräutertees und Säfte (Hagebutte, Sanddorn, Holunder..).
  • Heilpflanzen mit ihren natürlichen, milden Wirkstoffen schützen vor Erkrankungen und lindern viele Beschwerden (Apotheke Gottes!).
    Sonnenhut (Echinacea)
  • Lebensordnung bedeutet, die aufbauenden Kräfte für Körper, Seele und Geist zu erkennen und zu nutzen. Eine ausgewogene, weitgehend natürliche Lebensgestaltung führt zu höherer Lebensqualität und zu mehr Harmonie mit dem sozialen und ökologischen Umfeld.
    Ausreichend Schlaf, Entspannung, Stress abbauen, Hygiene.
     

Sebastian Kneipp betont immer wieder, dass jeder für seine Gesundheit selbst verantwortlich ist. Er drückt das so aus, dass "unser Körper das Gefäß ist, in dem unser Leben stattfindet". Wer sich dieses Gefäßes nicht pfleglich annimmt, darf sich nicht wundern, wenn der Inhalt notleidend wird.



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